Die Ursprünge des Ensembles gehen auf das Jahr 1943 zurück, als Paul Wehrle einen Chor gründete, der allen an Musik und engagierter Kammerchorarbeit interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Karlsruhe offenstand. Mit der Begründung des Musikzuges im Jahr 1970 ändert sich die Struktur des Chores derart, dass nun immer mehr besonders begabte Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums zu diesem städtischen Spitzenensemble stoßen.

Mit sehr großem Verdienst um die Chorarbeit und nach vielen außergewöhnlichen musikalischen Erfolgen, die auch in Rundfunkaufnahmen dokumentiert wurden, gibt Prof. Paul Wehrle im Jahr 1980 nach 37 Jahren den Chor ab. Sein Nachfolger wird Reinhard Kretschmann, der das Ensemble aus stimmbildnerischer Tätigkeit bereits seit 1975 kennt. Der Chor wird nun zu einem reinen Schulchor, der auf höchstem künstlerischen Niveau agiert: diverse hochdotierte Preise (u.a. den 1. Bundespreis beim Deutschen Chorwettbewerb im Jahr 1985; den 1. Preis beim “Internationalen Chorwettbewerb Salzburg” im Jahre 1995), Konzertreisen durch Europa, Israel, Jordanien, die USA, Südamerika, Afrika illustrieren die vielfältigen, erfolgreichen Aktivitäten des Chores. Reinhard Kretschmann sorgt dafür, dass ein außergewöhnlich umfangreiches, internationales Repertoire erarbeitet, gepflegt und weiterentwickelt wird. Insbesondere die reichhaltige Liedliteratur aus dem südlichen Afrika, welche bei Workshops mit leistungsstarken afrikanischen Chören gemeinsam erarbeitet wurde, ist in ihrer Art einmalig.
Im Jahr 2007 übergibt Reinhard Kretschmann nach 27- jähriger intensiver und beeindruckender Arbeit die künstlerische Leitung an Dr. Stephan Aufenanger, der seitdem mit den rund 40 Schülerinnen und Schülern der Schule den vielfältigen musikalischen Aktivitäten nachkommt.

Weiterhin liegt der Schwerpunkt des musikalischen Wirkens im Bereich der a cappella Musik, doch werden – wie auch schon unter seinem Vorgänger – regelmäßig oratorische Werke einstudiert und aufgeführt. So z.B. Requiem-Vertonungen von Fauré, Duruflé und Mozart, das Gloria von Poulenc, das Te Deum von J. Haydn sowie einige mehr. Wichtig ist für den Chor auch die intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik: Im September 2008 konzertierte er mit dem SWR-Vokalensemble im Rahmen der Uraufführung der “Vier Elemente”  – und erhält für das Projekt gemeinsam mit der von Hans-Jochen Stiefel geleiteten  AG “Neue Musik” des Helmholtz-Gymnasiums den Bundespreis der Kulturstiftung der Länder. Seit dem studiert er regelmäßig aktuelle Chorwerke, für deren Aufführung er immer wieder Preise erlangt. Uraufführungen in der Regel von Auftragswerken gab es von Ralph Schmidt sowie von einigen Werken Leon Tscholls, der selbst auch Schüler des Helmholtz-Gymnasiums und Mitglied im Kammerchor war.
Regelmäßig erhält der Chor Auszeichnungen und Preise im Rahmen unterschiedlicher Wettbewerbe auf regionaler und nationaler Ebene.

Neben umfangreichen Konzertaktivitäten in Stadt und Land reiste der Chor in den letzten Jahren nach Hamburg, Chile (Herbst 2010), Südafrika und Namibia (Herbst 2013), Russland (2016) und zuletzt Polen (2019) In allen Fällen wurde mit etablierten Chören der Gastgeberländer intensiv gearbeitet, das Repertoire erweitert und gemeinsam konzertiert.

Diverse CDs dokumentieren die musikalischen Leistungen des Kammerchores.

Zuletzt erschienen: Afrika (2006), Querschnitt (2010), Musica Mundi (2013), Puisque tout passe (2016), Undique (2019) Alle Aufnahmen sind im Sekretariat des Helmholtz-Gymnasiums oder über diese Homepage käuflich zu erwerben.

Hörbeispiele (zu finden auf der CD “Puisque tout passe, 2016”)

Dmitry Klenin (*1996) – Misereatur nostri Deus

Paul Hindemith – En Hiver (aus: Six Chansons)

Maranatha – Geistliches Lied aus Namibia

Photos: Jochen Wilms