PikoPark in Planung
Gemeinsam für mehr Natur in der Kaiserallee
Auf der Grünfläche vor der Christuskirche soll ein PikoPark entstehen. Beim Planungsworkshop am 08.05.2026 im Helmholtz-Gymnasium kamen Bürgerinnen, Vertreterinnen und Vertreter des Gartenbauamts, der Christuskirchengemeinde, des Naturparks Schwarzwald sowie Schülerinnen und Schüler des FreiDay-Projekts zusammen, um Ideen für einen naturnahen Stadtraum in der Kaiserallee zu entwickeln. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement der FreiDay-Schülergruppe, die mit einer E-Mail an das Gartenbauamt den Anstoß für das gesamte Projekt gegeben hatte.
Frau Angelika Elsener und Herr Adrian Ballbach vom Gartenbauamt stellten zunächst das Konzept der PikoParks vor: kleine, etwa 400 m² große, aber hochwirksame grüne Rückzugsräume für Mensch und Natur. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen könnten solche PikoParks Orte für Austausch, Erholung und gemeinschaftliches Erleben werden. Darüber hinaus erläuterte Herr Ballbach das Prinzip der sogenannten Grünvernetzung. Einzelne naturnahe Flächen, wie z.B. PikoParks innerhalb einer Stadt seien für viele Insekten wie kleine Inseln. Durch diese Vernetzung entstehe langfristig ein ökologisches Netzwerk innerhalb der Stadt, dass die Biodiversität fördert und zugleich das Stadtklima verbessert.
Im Anschluss präsentierten Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums ihre umfangreichen Vorarbeiten aus dem Projektunterricht „FreiDay“. Für die Jugendlichen war es der erste öffentliche Vortrag vor einem größeren Publikum. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es für die Schülerinnen und Schüler ist, sich aktiv in Planungsprozesse einzubringen, ihre eigenen Vorarbeiten vorzustellen und unmittelbar zu erleben, dass daraus konkrete Projekte entstehen, die sie mitgestalten können. Schließlich werden solche Entscheidungen sonst nur von Erwachsenen getroffen, betonten Frida und Mia, aber wir wollen auch unsere Perspektiven auf eine nachhaltige Stadtgestaltung einbringen.
Liam und seine FreiDay Gruppe hatte die Fläche vor der Christuskirche bereits im Vorfeld kartiert und ein mehrwöchiges Monitoring durchgeführt. Dabei wurden Pflanzenarten, Insektenvorkommen, Vegetationsstruktur sowie Nutzung und Belastung der Fläche systematisch erfasst. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch, den 06.05., gemeinsam mit dem Geoökologen Michael Bott vom Institut für Botanik und Landschaftskunde besprochen. Besonders deutlich wurde dabei, welche Lebensbedingungen bereits vorhanden sind und welche ökologischen Strukturen noch fehlen.
Auf dieser Grundlage lassen sich gezielt Mikrohabitate entwickeln, etwa Totholzbereiche, Steinhaufen, Sandflächen, Trockenmauern. Genau hier setzten Ella, Mia, Mayla, Nele und Frida an, die sich intensiv mit den Lebensraumansprüchen von Insekten im Sandarium beschäftigte. Ein Sandarium ist eine speziell angelegte, offene Sandfläche, die als Nist- und Lebensraum für bodenbrütende Wildbienen und andere Insekten dient. Viele dieser Arten sind auf ungestörte, lockere Böden angewiesen und bauen ihre Nester direkt im Erdreich. Gleichzeitig benötigen sie nahegelegene Blühpflanzen als Nahrungsquelle, da sie nur kurze Distanzen zwischen Nistplatz und Nahrung zurücklegen können. Die Kartierung zeigte jedoch, dass solche Futterpflanzen auf der Fläche vor der Christuskirche bislang kaum vorhanden sind.
Ergänzend dazu haben zwei weitere Schülergruppen wichtige Bausteine vorbereitet: Jona, Finn und Diar haben gemeinsam mit dem Waldklassenzimmer Karlsruhe ein Insektenhotel gebaut, während Louis, Mika und Gustav Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Schmetterlinge und Igel entwickelt haben. Ein zentrales Ziel dieser Teilprojekte ist es zu untersuchen, ob solche künstlichen Strukturen in einem naturnah gestalteten Lebensraum tatsächlich benötigt und angenommen werden oder ob die Tiere dort bereits ausreichend natürliche Unterschlupf- und Brutmöglichkeiten finden.
Nach dieser vielseitigen Inputphase und einer kleinen Stärkung ging es in altersgemischten Gruppen in die konkrete Planungsarbeit. In intensiven Diskussionen wurden erste Gestaltungsideen entwickelt und weitergedacht.
Herr Ballbach erläuterte abschließend, wie die eingebrachten Ideen nun Schritt für Schritt in die weitere Planung einfließen sollen. Frau Elsener stellte zudem in Aussicht, dass bereits im Laufe dieses Sommers erste sichtbare Elemente des PikoParks umgesetzt werden könnten. Damit werde aus den Ideen der Schülerinnen und Schüler noch in diesem Schuljahr ein konkreter Beitrag für mehr Natur und Aufenthaltsqualität in der Kaiserallee.
Text und Bilder: Dr. Doris Wolff












































